Die besten Tipps für gute Hundefotos

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Mit den nachfolgenden Tipps für gute Hundefotos fällt es Dir leichter, Deinen Hund schön abzulichten. Mit „Gewusst wie“ fängt es an. Und dann braucht es vor allem Übung und Geduld.

Was Du fürs Hundeshooting brauchst

Die besten Hundefotos entstehen meiner Ansicht nach draussen. Dies sind Deine Zutaten:

  • Spielzeug
  • Leckerli
  • geeigneter Ort
  • gute Lichtverhältnisse
  • eine Kamera (auf „Hundefotos mit dem Smartphone“ gehe ich in einem anderen Artikel ein)
  • 2 oder 3 Personen
  • und… den Hund!!

Die Zeit und das Wetter: Lichtverhältnisse

Sonne, Schatten, Wolken

Simba wurde im Frühsommer am Morgen ca um 9 bei Sonnenschein fotografiert. Die Verhältnisse waren für mich schwierig. Man sieht die Schatten auf seinem Gesicht und den harten Schatten am Boden. Schon morgens um 9.

Liam wurde im Januar am Spätnachmittag fotografiert, die Sonne stand hinter him. Ich liebe Gegenlicht-Fotos, die das Fell hell erstrahlen lassen und dem Hund eine Art „Corona“ geben.

Ginger wurde am Morgen an einem etwas nebligen, dunklen Tag fotografiert. Ihre Beleuchtung ist am einheitlichsten, man kann nicht mal sagen woher das Licht kommt.

Tageszeit und Lichteinfall

Tipps für gute Hundefotos, je nach Licht:

Tipp 1: Die Sonne sollte, wenn sie scheint, tief stehen. Also fotografiere morgens oder abends, je näher bei Sonnenauf- oder untergang desto besser.

Tipps für gute Hundefotos: Ginger am Morgen bei BewölkungTipp 2: Fotografiere bei Bewölkung oder leichtem Nebel. Es macht das Licht weich und der Nebel sorgt für einen einheitlichen, wenn auch etwas langweiligen Hintergrund. Bei dem Wetter kann man es sich auch leisten, tagsüber zu fotografieren.

Tipp 3: Wenn Du mit dem Licht fotografierst (also die Sonne / Lichtquelle hinter Dir hast) kriegst Du einigermassen einheitlich beleuchtete, aber etwas flache Fotos (Ginger). Bei Seitenlicht kriegt man die Konturen schön heraus (Simba). Gegenlicht lässt den Hund auch einheitlich erscheinen und gibt allem, was flauschig ist extra Beleuchtung (Liam). Die Gefahr ist, dass der Hund zu dunkel wird – hier sollte man ev. ein wenig überbelichten.

Das Foto von Ginger ist bei Bewölkung am Morgen Mitte September entstanden. Perfekte Lichtverhältnisse für meinen Geschmack. Kein Schatten zu sehen.

Der Ort: Hintergrund und Umgebung

Manchmal kann man sich den Ort nicht aussuchen. Unser Agility Platz (Foto rechts) ist in Winterthur Ohringen im Industriequartier. Da hat es keine wahnsinnig schönen Hintergründe. Simba ist über die Weide gerannt – der Hindergrund ist einheitlich, aber etwas langweilig. Jilly lag im Schatten von Birnbäumen auf der Strasse, die Weide dahinter in der Sonne: Diese Kombination gefällt mir am besten, auch wenn der Hintergrund ein wenig unruhig wirkt.

Strassenschilder, Pfosten, Abfalleimer und co

Sie fallen einem beim Shooting nicht auf. Dafür später umso mehr: Die störenden Farbtupfer im Hintergrund oder die Pfosten oder Lichtmasten, die dem Hund aus dem Kopf zu wachsen scheinen.

Unser Auge sieht dreidimensional und blendet solche Sachen erst mal aus, das Bild aber ist zweidimensional und so kommt der Pfosten, der zufälligerweise 10 m hinter dem Hund war, nun doch aus seinem Kopf. Man könnte ihn wegphotoshoppen, aber das braucht viel mehr Zeit, als sich einfach einige Meter zu verschieben beim Shooting.

Der Blickwinkel für gute Hundefotos

Du solltest mit der Kamera auf Augenhöhe des Hundes oder sogar ein kleines bisschen tiefer sein. Es wird sich also nicht vermeiden lassen, dass Du Dir die Knie schmutzig machst, wenn Du Deinen Hund nicht auf etwas raufschicken kannst, auf dem er dann posiert.

Kameraeinstellungen

Fokuspunkt: Augen

Bei allen Portraits, egal ob Tier oder Mensch, soll der Fokuspunkt auf den Augen liegen. Die müssen scharf sein.

Blende, Iso, Belichtungszeit

Wähle eine eher kleine Blendenzahl, also eine offene Blende, wenn Du möchtest, dass der Hintergrund ein wenig unscharf wird. Ein unscharfer Hintergrund hilft, das Hauptmotiv zu isolieren und besser herauszubringen. Ein scharfer Hintergrund ermöglicht es Dir, dass auch die Umgebung, in der Dein Hund sich befindet, Gewicht erhält. Gerade bei Wanderungen in den Bergen kann das sehr schön sein, dann ist der Hund nicht unbedingt das Hauptmotiv, sondern ein Vordergrund. Ich fotografiere mit Blende 4 – 5.6.

Die Belichtungszeit sollte nicht kürzer sein als die Brennweite in mm. Das heisst, bei einem 50 mm Objektiv kannst Du Dir eine 1/50 Sekunde leisten, bei einem 200 mm Objektiv noch eine 1/200 Sekunde. Lieber kürzere Belichtungszeiten wählen. Bei Bewegungsfotos sollten sie nicht länger sein als 1/800 Sek.

Wähle die Iso dann entsprechend. Je höher die Iso Zahl, desto körniger wirkt das Bild. In Lightroom kann man zwar ein wenig nachbehandeln, aber man sieht es doch ein wenig. Ginger im Wald wurde mit 10000 Iso aufgenommen! Ich hatte Blende 5 und wollte eine kurze Belichtungszeit, 1/200 Sekunde. Da hat es das dann bei viel Blättern und Bewölkung gebraucht.

Wenn Dir das nun alles böhmische Dörfer sind, also überhaupt nichts sagt, besuche doch den Fotokurs Tierfotografie bei mir, in dem wird das alles ganz genau erklärt.

Brennweite: Tipps für gute Hundefotos

Hier siehst Du den Effekt verschiedener Brennweiten. Ich habe ein 24-70 mm Objektiv verwendet und beide Fotos direkt hintereinander aufgenommen, dabei nur am Zoom gedreht von ganz rechts nach ganz links.

Beachte die Schärfe resp. Unschärfe des Hintergrundes und die Länge der Nase von Liam. Mit dem 70 mm wurde der Hintergrund bei Blende 8 doch einiges unschärfer. Liams Nase wirkt bei Blende 24 etwas länger. Der Effekt wäre aber noch extremer, wenn ich näher herangegangen wäre.

Tipps für gute Hundefotos: Verwende eine Brennweite von mindestens 70 mm, lieber länger. Je länger sie ist, desto schöner kriegt man diesen unscharfen, verschwommenen Hintergrund hin, der gerade bei Portraits so beliebt ist.

Portraits und Bewegungsbilder

Tipps für gute Hundefotos. Horizontlinie beachtenGrundsätzlich ist beides schön. Bewegungsbilder sind schwieriger einzufangen. Stell die Kamera auf Serienbild und halte drauf, was das Zeug hält… dann wirf zu Hause die, die nichts geworden sind, einfach weg.

Wie Du auf meinen Fotos siehst, ist der Hund selten in der Mitte des Fotos. Gute Hundefotos haben meistens eine Spannung drin, die daraus ensteht, dass nicht alles mittig ist.

Achte auch auf den Horizont. Das Foto unserer Schnuffis ist eigentlich ganz gut, das Licht war angenehm, der Himmel etwas blass… die Pose wäre auch nett. Die Horizontlinie ist irgendwie störend, so langweilig in der Mitte des Fotos und schneidet es entzwei. Wenn der Horizont sich nicht vermeiden lässt, dann sollte er wenistens das Motiv nicht „zerschneiden“. Man kann versuchen, ihn ins untere oder obere Drittel des Bildes zu legen und darauf achten, dass der Hund ganz über oder unter dem Horizont ist.

Tipps für gute Hundefotos von dunklen Hunden

Für dunkle Hunde (Katzen, Pferde) gibt es zwei Möglichkeiten: Benutze die Spotmessung für die Belichtungsmessung an der Kamera oder belichte etwas über (1 Stop ist nicht schlecht).

Die Kamera misst das Licht, das auf dem Bild ist, und berechtnet im Normalfall den Durchschnitt, der soll dann ein mittleres Grau sein. Wenn die Umgebung hell ist und der Hund ein dunkler Fleck darin, dann wird der Hund schlicht unterbelichtet, damit die Umgebung stimmt. Somit hat man dann einen schwarzen Blob auf Hintergrund. Am schlimmsten ist schwarzer Hund auf Schnee: Das Bild wird so dunkel, dass der Schnee das mittlere Grau ist und der Hund ist nur noch Kontur.

Das linke Foto wurde in der Belichtung nicht angepasst. Ich hatte es versäumt, auf Spotmessung umzustellen oder die Belichtung dem Schnee anzupassen. Ginger und Akita sind braun, nicht schwarz, aber sie gehen total unter. In Lightroom habe ich die Belichtung um 1.5 Stops nach oben korrigiert und dazu auch noch die Schatten um 50 % nach oben korrigiert. Nun sieht es vernünftig aus.

Unser kleiner Freund im Agility Training wurde 1 Stop überbelichtet. So kommt er und sein schönes Wuschelfell zur Geltung.

Ich hoffe, dass es Dir mit diesen Tipps für gute Hundefotos gelingt, Deine Hundefotografie zu verbessern!