Wie Du die perfekte Pferdepose für Pferdebilder hinbekommst

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Hast Du Dich schon gefragt, wie Du Dein Pferd am besten positionieren sollst, um schöne Pferdebilder zu erhalten? Ich auch.

Soeben habe ich den Felix Bühler Katalog erhalten und bei einem Kaffee ein wenig geschmökert. Als Tierfotografin habe ich natürlich berufliches Interesse an den Fotos und da sind ja viele Pferde, die gut aussehen sollen.  Und siehe da: Es gibt einen ganz klaren Trend für Posen bei den Pferdebildern: Das Pferd steht leicht schräg zum Fotografen und schaut aber in die andere Richtung, so dass es einen Bogen macht. Ohren nach vorne, Kopf oben, aufmerksamer, wacher Blick. Bei Westernpferden darf der Kopf auch ein kleines bisschen tiefer sein, so ein wenig „pleasure artig“ wirken.

Bei Durchsicht meiner Pferdefotos muss ich zugeben, das sind auch die Fotos, die mir sehr gut gefallen.

Pferdebilder: Einige Beispiele

Pferdebilder: Lucky
Lucky Star

Die Pose, die Schecke Lucky auf dem Foto einnimmt, trifft es ziemlich genau. Einzig die Hinterhand dürfte ein kleines bisschen weiter eingedreht sein, er dürfte also noch gräder stehen. Serafina, die weisse Stute, steht fast ideal, da hätte ich den Kopf lieber ein kleines bisschen weiter oben.

In Siddhis Foto gefällt mit die Pose sehr. Er war am Grasen, es hat unten im Wald geraschelt und geknackt und er ist aufgeschreckt und einige Meter den Berg hoch gesprungen. Dann hat er geschaut, was da woh los war. Da alles ein wenig überraschend kam, hatte ich nicht mehr genug Zeit um an der Kamera zu schrauben und so hat es für sein Hufe leider nicht mehr gereicht.

Wenn ein Mensch dabei ist, biegt sich das Pferd sozusagen leicht um den Menschen oder schaut ihm über die Schulter.

Niemals wird das Pferd von direkt vorne fotografiert, und nur für Produktfotos ohne Hintergrund (z. b Pferdedecken) flach von der Seite. Soll die ganze Sache wirken, steht das Pferd schräg zur Kamera.

Pferdebilder: Serafina
Serafina

Bewegungsfotos sind natürlich wieder etwas anderes. Aber auch da ist es beliebt, von schräg vorne zu fotografieren.

Für Pferdebilder muss der Fotograf sich für einmal nicht auf den Boden schmeissen wie für Katzen- oder Hundebilder. Da man etwa auf Augenhöhe mit dem Tier sein sollte, damit es gut rüberkommt, ist das bei einem grossen Pferd und einem kleinen Tierfotografen so wie mir nicht so ein Problem. Einem Shetty sollte man ein wenig „entgegenkommen“.

Was Du fürs Shooting brauchst

Man verwendet am besten eine ziemlich grosse Brennweite (100 mm aufwärts, ich nehme 200 mm wann immer ich kann) und eine kleine Blende, um den Hintergrund schön unscharf zu bekommen. Je weiter der Hintergrund weg ist, desto besser.

Alle hier gezeigten Pferdebilder sind auf der Weide entstanden, ich war allein und somit total der Laune der Pferde ausgeliefert. Ich kam mir ein wenig vor wie ein Wildlife Fotograf. Und mein Thema war: Warten bis das liebe Tierchen endlich mal die Nase aus dem Gras nimmt.Womit wir zu einem fast unverzichtbaren Accessoire in der Pferdefotografie kommen, auch wenn Du nur ein Handyfoto machen möchtest: Ein Helfer.

Jemand, der das Pferd ev. festhält, denn sie haben ja immer wieder neue Ideen, wo man noch hin könnte: Weide, der nächste Salzleckstein oder die Nase an den Fotoapparat halten. Meine laufen mir dauernd nach, das ist mit einer grösseren Brennweite ein Wettrennen, ich rückwärts stolpernd, hoffend, dass ich nicht in ein Mauseloch trete, das Pferd verfolgt mich.

Pferdebilder: Siddhi
Siddhi

Also das Pferd daran hindern, seine eigenen Ideen zu verwirklichen und zu grasen oder sich zu verdünnisieren, und: Es aufmerksam machen. Dazu nimmt man ein Fähnchen oder ein Tuch oder einen Hut oder was weiss ich mit. Man braucht etwas, das man schwenken kann, damit das Pferd aufschaut und interessiert zum Helfer kuckt.

Damit hat man dann genau diesen Blick, den man will: Ohren vorne, das Pferdchen schaut aufmerksam, aber nicht alarmiert. Luckys Blick ist so, da haben sich weiter unten auf der Weide Pferde bewegt und er hat zugeschaut. Serafina hat sich nur umgedreht, für sie gab es nichts zu kucken. Darum schaut sie auch sehr entspannt in die Gegend.

Am besten geht es mit zwei Helfern: Einer, der das Pferd festhält und positioniert und einer, der raschelt und Faxen macht für die hübsche Pose.

Für richtig schöne Pferdebilder darf das Pferd natürlich auch geputzt, frisiert und ausstaffiert werden. Diese hier waren auf der Weide und sind so in die Kamera gekommen, wie sie waren: Schmutzig und zufrieden.

Übrigens: Die Pferde müssen nicht nach links schauen. Es geht auch in die andere Richtung. Aber unsere Herde war nun mal so positioniert und der Berg ebenfalls, da hat es sich so ergeben.