Das Abschiedsshooting

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Armada in der Töss

In diesem Blogartikel möchte ich Euch die Geschichte zu diesem Foto erzählen.

Armada war eine 11 jährige Cane Corso Hündin. Zuchthündin, hat viel erlebt, ihre Besitzer haben sie erst mit 10 Jahren erhalten und sie war etwa ein Jahr bei ihnen.

Nun war es an der Zeit: Armada war müde. Man sah es ihr an. Man fühlte es. Es war richtig, dass ihr Leben zu Ende ging.

Sie hatte Schmerzen, mochte nicht mehr richtig essen und konnte auch nicht mehr gut schlafen.

Ihre Besitzerin bat mich, noch ein paar schöne Fotos von ihr zum Andenken zu machen. Natürlich sagte ich zu und ging die beiden besuchen.

Wir gingen an die Töss, an einen Ort, wo Armada gerne war und wo ich auch fand, dass die Umgebung sehr schön für Fotos war. Das Wetter spielte insofern mit, dass es nicht gerade brennende Sonne war, sondern ein wenig wolkig. Armada wanderte ein wenig hin und her, ging ins Wasser, bellte vorbeigehende Hunde an und sprang sogar einem Stöckchen hinterher, das sie nachher genüsslich zerkaute. Auf dem Foto sieht man sie, wie sie es zurückgebracht hat.

Ein schwarzer Labrador kam zu uns – Cooper, mit dem Armada zu fitteren Zeiten gern ein wenig gespielt hat. Sie haben aneinander geschnuppert und die Verabschiedung war beinahe greifbar für mich. Mit einem Holzstück machten sie ein letztes Zerrspielchen. Etwas später ging Cooper mit seinem Frauchen nach Hause und wir machten uns mit Armada auch auf den Weg.

In der ganzen Zeit hatte ich immer das Gefühl, sie war total im Reinen mit der Situation. Mit dem, dass sie jetzt noch lebte und dass dieses „noch leben“ einen klaren Endpunkt hatte, den wir (jedenfalls die Menschen) kannten. Für sie war es total OK wie es war.

Von allen Anwesenden war ich die tränenreichste – ich bin halt eine Heulsuse, schrecklich nah am Wasser gebaut wenn ich etwas berührt, und diese Hündin und ihr Frauchen, die ganze Situation, wie alle damit umgegangen sind, das hat mich berührt, unendlich tief.

Zu wissen, dass man jemanden zum ersten und letzten Mal sieht. Sich zu verabschieden und zu sagen, gute Reise Du Schöne, Gute.

Tierfotografin (inkl. Tierkommunikation) ist ein so wunderbarer Beruf. Es ist so ein Geschenk, einen Hund zu fotografieren, der 3 Tage später nicht mehr lebt, einen Hund zu spüren, der müde ist, der aber doch noch geniessen kann, der sich verabschiedet, diese Bewusstheit, dieses Da Sein, das Ja zum Leben und das Ja zum Lebensende und Tod. Zu fühlen, dass es genau so wie es ist stimmt. Für alle. Das erleben zu dürfen ist wirklich ein grosses Geschenk.

Und ich hoffe, dass meine Fotos Armadas Besitzern die Erinnerung an diese wunderbare Hündin, die sie nur ein Jahr kannten aber die sogar mein Herz innert 3 Stunden im Sturm erobert hat, lebendig erhalten können.